Kategorie-Archiv: Bibelöl

Cistus – die Rose inneren Wissens

Cistus-webCistus, ein feingliedriger Strauch mit zartrosafarbenden Blüten, der bis zu zwei Metern hoch werden kann, ist ein Malvengewächs, das in allen Gebieten rund um das Mittelmeer anzutreffen ist.
Im Sommer kann es auch in unseren Gärten wachsen.
Das Harz, das in warmen Gegenden von selbst aus Blättern und Zweigen austritt, wird als ‚Labdanum‘ bezeichnet. Man gewann es früher, indem man Schafe in das Gesträuch trieb und anschließend das Fell auswusch oder indem man mit Lederriemen das Harz von den Pflanze streifte.  Heutzutage werden Blätter und Zweige dampfdestilliert.

Weitere Namen für Cistus sind Zistrose, Labdan (= klebriges Kraut) oder Felsrose. In der Bibel wird sie ‚Rose von Sharon‘ (Gen 37,25 und 43,11; Hohelied 2,1) genannt und war Bestandteil heiliger Räucherungen auch noch in christlicher Zeit.
In Ägypten galt Cistus (C. ladaniferus) als ‚flüssiges Wundpflaster‘ oder ‚ätherische Naht‘. Hebammen nutzten es nach der Geburt zur Wundpflege der Wöchnerinnen. In Tempeln war es ein Meditationsöl der Priesterinnen und Priester.
In Griechenland schätzte man den Tee als Mittel der Entspannung, das Öl war ein beliebtes Mittel zur Stärkung des Immunsystems. Die Minoer verehrten die Zistrose als heilig. Mann/frau liebte es auch als Aphrodisiakum.
Überall lobte man das Öl der Cistuspflanze, aufgrund seines astringierenden und tonisierenden Effekts, als Hautpflegemittel, selbst bei Hauterkrankungen wie Ekzemen bzw. bei schlecht heilenden Wunden. Auch ein positiver Nutzen auf das Lymphsystem wird in historischen Apothekertraktaten dem Bibelöl nachgesagt. Zurzeit wird noch untersucht, ob es ein geeignetes Mittel zur Schwermetallausleitung (Raucher) sein könnte.
Der Duft des Cistusöls wirkt auch psychisch entspannend, befreit von dunklen Gedanken, stärkt die Widerstandsfähigkeit und fördert somit Resilienz. Cistus unterstützt uns in unserem Bemühen, den Botschaften unseres Inneren, den Impulsen unserer Seele zu vertrauen.
Im Bereich der Selbsterfahrung erleichtert das Öl den Zugang zu unseren Seelenbildern und zu verdrängten Emotionen. Sein Einsatz hat sich auch in der sogenannten Trauerarbeit bewährt. Indem wir Unbewusstes mehr und mehr in unser Alltagsbewusstsein integrieren können, steigert diese Entwicklung auch das Vertrauen in uns selbst und unsere Stärken.
Auf der spiritueller Ebene gilt Cistus als ‚Duft der Prophetie‘, der Visionen. Es stärkt unser intuitiven Fähigkeiten und schafft Zugang zum universellen Bewusstsein, zum Höheren Selbst. Sind wir auf der Suche nach unserer spirituellen Lebensaufgabe, kann Cistus ein guter Begleiter sein.
Spirituelle Heiler verwenden Cistus zur Reinigung des Energiefeldes und zur Stärkung der Chakren (insbes. Herzchakra).

Ich selbst habe bislang(!) noch keine spirituellen Erfahrungen mit dem Öl gemacht, ich liebe einfach den Duft der Zistrose
und nutze es gern im Diffuser (1 Tr Cistus, 5 Tr Lavendel) oder als Raumspray (5 bis 10 Tr Cistus in 50 ml destilliertem Wasser).

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Alle Texte der 12 Rauhnächte findest Du hier.

Cassia – reinigender Energiespender

Cassia-Flasche-webCassia, auch Zimtkassie (Cinnamonum cassia) genannt, zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt (erste Erwähnung 2800 v.Chr.). Der immergrüne Strauch aus der Familie der Lorbeergewächse stammt ursprünglich aus dem südlichen China, wird aber inzwischen in weiteren ostasiatischen Ländern angebaut. Auch wenn der Name anderes vermuten läßt, ist die bis zu 18 m hohe Pflanze nicht mit Zimt verwandt, wurde aber häufig zu gleichen Zwecken genutzt.

Von Beginn an wurde Cassia wegen seiner reinigenden Wirkung geschätzt. In Ägypten setze man das aus frischen Zweigen und Blättern destillierte Öl zur Eindämmung von Epidemien ein und war Bestandteil der Ölemischung des Mose (Ex 30,22ff). In alten Medizinbüchern wird immer wieder seine starken antibakterielle Eigenschaft gelobt. Es galt als Mittel zur Stärkung des Immunsystems, da es für Krankheitserreger ein ungünstiges Klima schaffe.

In Griechenland wurde Cassia auch als Männerparfum und zur Beduftung von Bettwäsche eingesetzt. Man empfahl es als schmerzlindernd bei Rheuma und bei Erschöpfungszuständen. Man nutze es aber auch zur Konservierung und Aromatisierung von Getränken und Süßspeisen. In China ist Cassia noch heute ein wichtiger Inhaltsstoff des roten ‚Tigerbalsams‘. Weiterlesen

Narde – ein Öl spiritueller Freiheit

Narde-web Nardenöl (Nardostachys jatamansi) ist ein seit alter Zeit bekanntes Öl (mit einem Sesquiterpeneanteil von 93%!), gewonnen aus Blüten einer zu den Baldriangewächsen zählenden kleinen, zierlichen Pflanze, die in 3500 bis 5600 m Höhe im Himalaya wächst. Eine Besonderheit der Narde ist, dass die Blüte direkt aus der Wurzel wächst, Blätter wachsen einen einem extra Stiel. Das Öl der Narde (engl. Spikenard) wird aus den Rhizomen gewonnen. Sie wächst wild in Nepal, Bhutan, teilweise auch in China und Japan. Sein Duft ähnelt dem des Indischen Baldrians.
Die Narde gehört zu den ältesten Duftessenzen. Man nutzte es zur Pflege der Gesundheit, aber auch für eher mystische Zwecke.
Im Altertum war Narde ein Öl der Könige und Eingeweihten. Im Grab von TutEnchAmun fand man Reste dieses Balsams. Es galt als heiliges Salböl. Im AT wird es im Hohen Lied des Salomons (Hohelied 1,12 und 4,13) erwähnt, im NT salbt Maria Magdalena Jesus wenige Tage vor seiner Hinrichtung (Mk 14,3 und Joh 12,3).
In der indischen Ayurveda-Medizin gilt Narde als wirksames Mittel zur Beruhigung und zur Stärkung des Bewusstseins. Weiterlesen

Zypresse – der Baum der Übergänge

Zypresse+Baumstamm-webGilt der Zedernbaum als König der Bäume, so ist die Zypresse die Königin. Die Zeder steht für männliche Energie, ihr Pendant ist die weibliche Energie der Zypresse. Auch die Zypresse, die bis zu 2000 Jahre alt werden kann, wurde in alter Zeit als Baum mit göttlicher Kraft verehrt.

Die Zypresse (Cupressus sempervirens), ein immergrünes Nadelgewächs, stammt ursprünglich aus Kleinasien, auch wenn die schlanken, konisch zulaufenden, hochaufragenden Bäume heute mit Bildern aus der Toskana verbunden werden. Da der Baum in der Antike zuerst nach Zypern gebracht worden sein soll, wurde er nach dieser Mittelmeerinsel benannt. Das Holz der Zypresse ist sehr haltbar, deshalb nutzte man es schon in der Antike beim Bau von Tempeln (Jes 60,13) und im Schiffsbau. Aber auch besondere Möbel, Sarkophage und Götterfiguren erstellte man aus diesem beständigen Holz. Das Portal des Petersdoms in Rom, bereits 1200 Jahre alt, wurde ebenfalls aus Zypressenholz gemacht.

Auch Zypressenöl destilliert man schon im Altertum aus Zweigen und Zapfen. Papyrusrollen verweisen auf die medizinische Nutzung des Öls bei allen Arten von Atemwegserkrankungen. Es war damals als Frauenöl beliebt, glaubte man doch an seine große Wirksamkeit bei Menstruationsstörungen, starken Blutungen, aber auch bei allen möglichen Beschwerden im Klimaterium wie Hitzewallungen etc. Weiterlesen

Von den Zedern des Libanons zum Öl der Zeder

Wald-Zedernoel-webDas älteste in der Bibel erwähnte Öl stammt von der Zeder.
Bereits die Babyloner destillierten Zedernöl von den Zedern des Libanons und nutzen seine entspannende und beruhigende Wirkung.
Gleichzeitig schätzten sie seine keimtötende Eigenschaften.
Noch heute sind die Menschen Sibiriens und des Urals davon überzeugt, dass sich in ihren unendlichen Zederwäldern keine Keime, Bakterien etc. halten können. (Wissenschaftler haben die bakterizide Wirkung des Zedernharzes bestätigt.)
Zedernöl verwenden die Menschen seit altersher zur Heilung von entzündeten Wunden, Furunkeln und Verbrennungen.
Für Schamanen des Urals gilt die Zeder als ‚Energiespeicher Gottes‘. Sie sind davon überzeugt, dass in der Zeder, dem König der Taiga, nur gute Geister leben, weil es der gutherzigste Baum auf der Welt ist. Diese Vorstellung zeigt sich auch in vielen Märchen und Legenden Sibiriens.
Auch in anderen Kulturen wird die Zeder als Baum als Bewahrer der Gutherzigkeit, als Quelle der Kraft, Schönheit und des Edlen verehrt. Weiterlesen