Myrrhe – im Fluss der Zeiten

Denkst Du bei MyrMyrrhe-Stern-webrhe auch zuerst an die drei Weisen aus dem Morgenland?

Seit über 4000 Jahren wird Myrrhe – auch Stakte genannt – im Orient auf vielfache Weise genutzt. In der Bibel findet man es, neben Weihrauch und Zeder, am häufigsten erwähnt. Bäume wie die Myrrhe (Commiphora Myrrha) produzieren das desinfizierende Harz, um sich gegen unliebsame Eindringlinge zu schützen und Wunden zu verschließen. Aber was machte das Öl dieses Harzes in vielen alten Kulturen zu einem heiligen Öl?

Myrrhe wurde auf allen Ebenen menschlichen Seins genutzt.

Auf körperlicher Eben war es vor allem ein Öl der Frauen. Man sagte ihm nach, dass es Menstruation und Schwangerschaft erleichterte. Bei der Geburt half es der werdenden Mutter das Kind leichter auszutreiben, da es das Gewebe leichter dehnbar machte, aber auch gegen Schwangerschaftsstreifen half. Die antiseptische Wirkung des Öls nutze man zum Schutz vor Kindbettfieber. Bei der Geburt auftretende Verletzungen heilten leichter. Man rieb die Nabelschnur des Babys mit Myrrhe ein, um das Kind vor Infektionen zu schützen. Die Nabelschnur löste sich so bereits nach vier statt erst nach zehn Tagen. Die Menschen der Antike waren überzeugt von der hautregenerierenden Wirkung des Öls und nutzen es deshalb zur Hautpflege, bei Juckreiz, Verletzungen oder Verbrennungen. Auch als Mundwasser bei Fisteln o.ä. war es sehr beliebt.
Aus Ägypten sind 877 Rezepte bekannt, in denen Myrrhe ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses war. Frauen nutzten die desodorierende Wirkung der Myrrhe und rieben sich die Achselhöhlen mit dem Öl ein. Die ayurvedische Medizin Indiens nutzte Myrrhe gegen rheumatische Beschwerden und erhöhten Cholesterinspiegel. Hildegard von Bingen pries die wohltuende Wirkung von Myrrhe. Die Mediziner des Mittelalters behandelten mit der Myrrhe neben Entzündungen des Mund-Rachen-Raumes so genannte „Verschleimungen“ verschiedener Organe, besonders von Magen, Darm, Lunge, Gebärmutter und Harnblase.
Auch heute noch findet man in der Literatur Berichte, dass Myrrhe die Schilddrüsenfunktion wohltuend unterstützt und eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel als auch ein gesundes Essverhalten hat. Myrrhe ist Bestandteil der bekannten „Schwedenkräutermischung“.

Auf der seelisch-geistigen Ebene wirkt die Inhalation von Myrrhe reinigend auf unsere Gedanken. Ihr Duft ist beruhigend, erdend zentrierend und verlangsamend.Das Öl kann entstressend und schlaffördernd, aber auch gegen inneren Unruhe eingesetzt werden. Menschen empfinden mehr Lebensfreude, was ist ihnen leichter macht, sich für neue Erfahrungen zu öffnen, aus veralteten Denkstrukturen auszubrechen. Vor allem in der Meditation gelangt man leichter zu höheren Bewusstseinszuständen. Myrrhe kann uns helfen, unseren ureigenen Seelenplan/Lebensweg zu entdecken und uns so von den Konditionierungen des Massenbewusstseins zu lösen. Sie vermag verborgene Emotionen zutage zu fördern, da sie auf subtiler Ebene wirkt.

Myrrhe ist ein sehr spirituelles Öl, astrologisch dem Mond zugeordnet. Schon immer zählte es zu den sogenannten Sterbeölen, denn man glaubte, dass es die Angst vor dem Sterben nehmen könne. Jesus wurde am Kreuz Myrrhe mit Wein gereicht (Mk 15,23). Symbolisch steht die Myrrhe für die ‚göttliche Mutter‘ und den ‚Schoß der Erde‘. Im alten Ägypten wurde Myrrhe mittags zur Anbetung des Sonnengottes Ra verbrannt, sie wurde im Tempel der Gottesmutter Isis für Räucherungen verwendet. Die Verbindung von Myrre (zu Ehren der Göttin Isis) und Weihrauch (zu Ehren des Gottes Osiris) galt als mystische Hochzeit; der Duft dieser beiden Essenzen verband sich zu einem harmonischen Ganzen – zur Balance weiblicher und männlicher Energie.
Myrrhe wurde als Fixieröl im Parfum genutzt (Esther 2,12) und ist Teil des biblischen Salböls.
Auch in Griechenland nutze man Myrrhe bei religiösen Handlungen, zum Beispiel bei Befragungen des Orakels in Delphi.
Das Salböl der Bibel besteht aus Myrrhe, Sandelholz und Zeder auf Olivenölbasis und ist Propheten und Königen vorbehalten, aber zur Pflege Deine Haut, zur Entspannung oder Mediation kannst Du dir ein eigenes Salböl erstellen. Mir gefällt folgende Mischung besonders gut: 2 Tr Myrrhe, 1 Tr Weihrauch, 2 Tr Zeder, 1 Tr Narde und 1 Tr Rose auf der Basis von 100 ml Mandelöl oder V6. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*