Schlagwort-Archiv: Bibelöle

Sandelholz – eine Verbindung der Superlative

Sandelholz, in der Bibel ‚Aloe‘ genannt, wurde bereits in den heiligen Schriften der Hindus, den Veden, als ganz besonderes Öl der Götter gepriesen. Man sagte in Indien, dem Herkunftsland des Sandelholzbaumes, das Paradies würde nach Sandelholz duften. Die edle Gesinnung des Sandelholzbaumes wird in den ayurvedischen Schriften besonders gelobt, weil es heisst, dass er seinen Duft sogar an die Axt abgibt, die ihn schlägt.Sandelholz-Baum
Buddha- und Götterfiguren aus Sandelholz gelten als energetisch besonders wirksam. Gebetsketten (Malas) werden aus Sandelholz gefertigt.
In Europa wurde Sandelholzöl vermutlich im 11. Jahrhundert durch die Kreuzfahrer bekannt (vermutlich zusammen mit der Gebetskette, die bei uns Rosenkranz heißt).
Zu biblischer Zeit war Sandelholzöl Teil des heiligen Salböls (mit Zeder und Myrrhe). Man nutzte es aber auch bei Tempelritualen, Gebeten und zur Einbalsamierungen Verstorbener (Joh. 19,39f).
Der weisse Sandelholzbaum ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu 10 Metern erreicht. Erst nach 25 Jahren gibt sein Holz genügend Öl ab, das beste stammt von 60 bis 80 Jahre alten Bäumen. Heute steht der Sandelholzbaum unter Naturschutz und darf nur mit besonderer Genehmigung geschlagen werden. Zurzeit werden in Indien jährlich etwa 1 Tonne Holz geerntet und verarbeitet, aber erstaunlicherweise 6 bis 10 (!) Tonnen exportiert Scheinbar gehört das kostbare Sandelholzöl wohl zu den meistgefälschten Ölen. Um so wichtiger ist es deshalb, genau auf die Herkunft eines gekauften Öls zu achten. Weiterlesen

Myrrhe – im Fluss der Zeiten

Denkst Du bei MyrMyrrhe-Stern-webrhe auch zuerst an die drei Weisen aus dem Morgenland?

Seit über 4000 Jahren wird Myrrhe – auch Stakte genannt – im Orient auf vielfache Weise genutzt. In der Bibel findet man es, neben Weihrauch und Zeder, am häufigsten erwähnt. Bäume wie die Myrrhe (Commiphora Myrrha) produzieren das desinfizierende Harz, um sich gegen unliebsame Eindringlinge zu schützen und Wunden zu verschließen. Aber was machte das Öl dieses Harzes in vielen alten Kulturen zu einem heiligen Öl?

Myrrhe wurde auf allen Ebenen menschlichen Seins genutzt.

Auf körperlicher Eben war es vor allem ein Öl der Frauen. Man sagte ihm nach, dass es Menstruation und Schwangerschaft erleichterte. Bei der Geburt half es der werdenden Mutter das Kind leichter auszutreiben, da es das Gewebe leichter dehnbar machte, aber auch gegen Schwangerschaftsstreifen half. Die antiseptische Wirkung des Öls nutze man zum Schutz vor Kindbettfieber. Bei der Geburt auftretende Verletzungen heilten leichter. Man rieb die Nabelschnur des Babys mit Myrrhe ein, um das Kind vor Infektionen zu schützen. Die Nabelschnur löste sich so bereits nach vier statt erst nach zehn Tagen. Die Menschen der Antike waren überzeugt von der hautregenerierenden Wirkung des Öls und nutzen es deshalb zur Hautpflege, bei Juckreiz, Verletzungen oder Verbrennungen. Auch als Mundwasser bei Fisteln o.ä. war es sehr beliebt.
Aus Ägypten sind 877 Rezepte bekannt, Weiterlesen