Ysop – Reinheit und Klarheit auf allen Ebenen

hyssopbluete-webYsop, bei uns auch Bienen- oder Eisenkraut genannt, ist ein bis zu 60 cm hoher Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Sein Name leitet sich aus dem Hebräischen ‚esóv‘ für ‚heiliges Kraut‘ ab. Seine Blüten sind leuchtendblau oder violett gefärbt. Er wächst wild in warmen, steinigen Gegenden. Bei genügend Sonne ist er aber auch ein echter Blickfang in unseren Gärten.
Schon in biblischer Zeit gehörte Ysop zu den wichtigen Gewürz- und Heilpflanzen. Seit dem Mittelalter findet man ihn in den Klostergärten Westeuropas. Übrigens ist er auch Bestandteil des berühmten französischen Kräuterlikörs „Chartreuse“. Ysop hat einen angenehm bitteren, intensiv würzigen Geschmack, der an eine Mischung aus Rosmarin, Salbei, Rauke und Minze erinnert.
Der englische Apotheker Nicholas Culpeper pries im 17. Jh. Ysop als ideales Mittel gegen Ohrensausen, Atembeschwerden und Zahnweh. Er wusste um seine entzündungshemmende Wirkung und nutzte das frische Kraut, mit Zucker zerstoßen, als Auflage bei frischen Wunden und Schnitten. In der Volksmedizin war das Öl des Ysop zum Gurgeln bei Heiserkeit und Rachenentzündungen beliebt. Innerlich verabreicht, sollte es gegen Husten, Verdauungsbeschwerden und übermäßiger Schweißabsonderung helfen.
Seit der Antike gilt Ysop als Kraut der Reinigung. Leprakranke erfuhren Linderung ihres Leidens, wenn sie in mit Ysop versetztem Wasser badeten.
Da man damals vielfach glaubte, dass Krankheiten, vor allem Aussatz (= Lepra), eine göttliche Strafe sei, wurde Ysop auch zu einem Kraut für rituelle Reinigungen von ‚Sünden‘. (Ps 51,9, siehe auch Lev 14 u. Num 19).
Von den dunkelvioletten Blütenblättern des Ysop leitete sich (in der katholischen Kirche) die spätere Bußfarbe violett her.
In Räumen, die religiösen Zwecken dienten, räuchert man schon im alten Ägypten mit Ysop, um den Raum von negativen Energien zu reinigen.
Am Kreuz wurde Jesus ein Schwamm mit Ysop, Myrrhe und Wein gereicht – ein Symbol seines reinen Opfers (Joh 19,29).

‚Reinigung‘ und ‚Klärung’ sind die Stichworte, wenn es um die psychische Wirkung des Ysopöls geht. Sein Duft hilft uns, alte Gedanken- und Glaubensmuster aufzulösen, um frei zu werden für einen kreativen Neuanfang. Das Öl macht uns mutiger, wenn wir verdrängte Emotionen wieder ans Licht bringen wollen. So können Schuldgefühle transformiert werden. Wir fühlen uns befreit, weil emotionale Bürden von uns fallen. Wir sehen das Leben gelassener, Angst kann gehen, mehr Leichtigkeit wird geschaffen und die Emotionen kommen wieder in Fluss.
Kurz: Ysop macht uns wieder lebendig
Gerade für Perfektionisten ist Ysop ein idealer Begleiter. Ysop hilft ihnen zu erkennen, dass nur sie selbst der Grund ihres inneren Druckes sind.
Ysop hilft dir zu begreifen, dass Irrtümer ein Teil des lebenslangen Lernprozesses sind und keine Fehler. Von Fehlern können wir, nach meiner Meinung, erst dann sprechen, wenn wir etwas bereits als falsch Erkanntes absichtlich wiederholen. Und wer macht das schon.
Wenn wir aber aus unseren ‚Fehlern‘ lernen statt uns selbst dafür nur zu verurteilen, ändern wir unsere innere Energie ins Positive und wir sehen: Lernen macht Spaß. Nur selten führt ein gerader Weg zum Ziel und – Umwege erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis.
Möchtest Du Dich bei dieser Art des stressfreien Lernens unterstützen, dann gibt 1 oder 2 Tropfen Ysop auf Deine Schultern.
Inhaliere das Öl mehrmals am Tag. Lass Frische in Dein Leben.
Zur Klärung eines Raumes fülle eine Glassprühflasche mit einigen Tropfen Ysopöl, gib destilliertes Wasser dazu. Sprühe, wann immer du mehr Klarheit gebrauchen kannst.
Schwangere, Epileptiker und Menschen mit hohem Blutdruck sollten Ysop nur sehr vorsichtig verwenden.
In sehr hohen Dosen kann Ysop sogar leicht toxisch sein.

Auch spirituell ist Ysop ein Öl der Reinigung, das uns geistige Klarheit nicht nur in der Meditation ermöglicht. Alles Zwanghaft, Fanatische kann nun gehen. Wir können uns unseren Ängste und Schatten stellen und sie verlieren ihre untergründige Macht über uns. Indem wir ihnen erlauben, gesehen zu werden, können wir sie befreien. Märchen zeigen uns in ihrer subtilen Sprache, wie Erlösung möglich wird.

Möchtest Du die 6. Rauhnacht mit Ölen gestalten, so können Dir – neben Ysop – auch Purification, The Gift, Release, Forgiveness gute Dienste leisten.

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